Buchvorstellungen und -empfehlungen

ausgewählt von unseren Teammitgliedern

Öffnungszeiten ab dem 10. März

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Mittwoch geschlossen

Donnerstag 18:00 - 19:30 Uhr

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Kath. öffentliche Bücherei
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Nur zwei rostige Ösen an einem Holzbalken verraten, dass vor der alten Gretzky-Villa eine Schaukel hing: Hier saß vor elf Jahren Tess’ Stiefmutter Rebecca, während drinnen Alexander Gretzky – Rebbeccas Mann und Tess’ Vater – in seinem Blut lag. Rebecca wurde verhaftet, doch sie hat nie aufgehört, ihre Unschuld zu beteuern. Immer, wenn der Mord sich jährte, schrieb sie einen Brief an ihre Stieftochter. Tess hat keinen einzigen gelesen. Erst als Rebecca nach Ablauf ihrer Gefängnisstrafe überfallen wird, beginnt Tess widerwillig nachzuforschen − und entdeckt ein Netz aus Lügen, in das Menschen, die ihr nahestehen, unheilvoll verstrickt sind. Wenn ihre Stiefmutter keine Mörderin ist: Wer war es dann?

Besprechung borromedien

Die 18-jährige Ingke Beerenhain erfährt 1992, als sie Stammzellen für ihre erkrankte Mutter Maren spenden will, dass sie zu DDR-Zeiten von dem Arztehepaar adoptiert wurde. Sie ist völlig von der Rolle. Ihre leibliche Mutter ist die Tochter eines langjährigen Feriengasts ihrer Adoptivtante. Mit ihrer Hilfe findet sie ihren leiblichen Großvater, der seit 1961 im Westen lebt. Er hat ihre Mutter Petra nur zweimal gesehen, als Kleinkind vor seiner Verhaftung, und neun Jahre später für einige Tage, als er nach dem Gefängnisaufenthalt in den Westen ging, aber seine Familie wegen des Mauerbaus nicht mehr nachholen konnte. Erst als auch Petra mit Ingke als Baby über die Ostsee fliehen wollte, entdeckt wurde und eine Haftstrafe verbüßte, kam sie zu ihm, nachdem sie Bundesrepublik sie freigekauft hatte. - Kaum einer der Protagonisten, der nicht in irgendeiner Form unter dem sozialistischen Regime gelitten hat. Die Übergriffe und Einschränkungen von Staats wegen mögen dem Plot geschuldet recht verdichtet sein; in Varianten vorgekommern sind sie aber zahlreich. Und so auch die bleibenden seelischen Verletzungen der Protagonisten. In einem Kapitel schildert Petra Schröder die jungen ausländischen Gäste im Hotel Berlin. Sie seien mit 17 so unbedarft gewesen, wie DDR-Kinder das mit zwölf nicht mehr waren, weil sie wussten, was sie sagen durften und was nicht. Mothes schildert eine wahre Maschinerie der Bespitzelung bis ins tiefste Privatleben.

Besprechung borromedien

Die junge Krabbenverkäuferin Bess lebt im London des Jahres 1754 in ärmlichsten Verhältnissen. Vor sechs Jahren hat sie ihre neugeborene Tochter Clara im Londoner Foundling Hospital abgegeben, weil sie nicht für ihr Kind sorgen konnte. Jetzt hat sie endlich genug Geld gespart, um ihre Tochter zu sich holen zu können. Doch im Waisenhaus erfährt sie, dass Clara schon am Tag nach ihrer Abgabe wieder abgeholt wurde, angeblich von ihr selbst. Bess ist verzweifelt. Wer hat sich für sie ausgegeben, wer hat ihre Tochter? Durch Zufall entdeckt sie, dass Clara, die jetzt Charlotte heißt, bei der wohlhabenden Witwe Alexandra Callard aufwächst, deren verstorbener Mann Claras Vater ist. Durch Schwindeleien gelingt es ihr, Charlottes Kindermädchen zu werden. Mrs. Callard, die sehr zurückgezogen lebt, kümmert sich zwar vorbildlich um das Kind, kann aber keine Liebe für die Kleine empfinden. Bess und Charlotte sind bald ein Herz und eine Seele - und Bess will ihr Kind endlich für sich. Sie flieht aus Mrs. Callards Haus, um allein mit Charlotte zu leben - ein fast aussichtsloses Unterfangen in dieser Zeit der großen sozialen Unterschiede. Doch nach verzweifelten Kämpfen finden die beiden Frauen doch eine Lösung. - Ein emotional anrührender historischer Roman um zwei starke Frauen aus völlig unterschiedlichen sozialen Schichten, die um ein Kind kämpfen.

Besprechung borromedien

Die Bäuerin Liss lebt auf einem Hof in Unterfranken, den sie allein bewirtschaftet. Eines Tages läuft ihr in ihrem Weinberg ein junges, abgemagertes Mädchen über den Weg. Liss bietet ihr spontan einen Schlafplatz an. Sally ist 17 und aus einer psychiatrischen Klinik weggelaufen. Die beiden Außenseiterinnen kommen einander langsam näher. Liss bezieht das Mädchen in die Arbeiten auf dem Hof ein. Sie ernten zusammen Kartoffeln, Birnen und Trauben. Sally fühlt sich nach langer Zeit wieder lebendig. Sie beginnt zu ahnen, dass auch Liss Probleme hat. Warum lebt die Bäuerin allein auf ihrem großen Hof? Warum grüßt sie kaum einer im Dorf? Nach und nach vertrauen sich Sally und Liss ihre Verletzungen an. - Arenz erzählt in einer bildreichen Sprache von der Freundschaft zwischen zwei ungleichen Frauen. Das tröstliche Buch ist voller herbstlicher Farben und Gerüche und lädt zur Achtsamkeit ein. Könnte man doch nur in Liss‘ Küche sitzen und ihre alten Birnensorten probieren. Wohl dem, der einen Garten hat! 

Besprechung borromedien

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